Fachbegriffe
![]() | Blower-Door-Test |
Test zur Überprüfung der Luftdichtigkeit eines Gebäudes. Dabei erzeugt ein Ventilator einen Über- oder Unterdruck im Haus. Aufgrund entstehender Druckänderungen können Fachleute Rückschlüsse über mögliche undichte Stellen im Gebäude ziehen.
![]() | Befreiungen von der EnEV |
Man kann nicht alle Sachverhalte in einer Verordnung wie der EnEV unterbringen. Die zwangsläufig notwendigen Verallgemeinerungen bedürfen im Einzelfall mitunter Anpassungen an Sonderfälle. In § 25 Abs. 1 EnEV werden daher Befreiungen für Immobilienbesitzer geschaffen:
"(1) Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können."
![]() | Endenergiebedarf |
Die Endenergie ist der Energieinhalt eines Energieträgers am Ort vor der Verbrennung oder Nutzung und damit der Wert den Sie bezahlen. (Heizöl im Tank, Erdgas aus der Leitung, Holz geschichtet oder als Pellets im Lager und auch Strom, der durch den Zähler fließt).
Die Endenergie stellt die Energiemenge dar, die dem Verbraucher geliefert wird und die er bezahlen muss.
![]() | Energieausweis |
Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet.
Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen der Energieausweise werden in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.
Der Energieausweis ist als einfacher Verbrauchsausweis zulässig für Wohngebäude mit mindestens fünf Wohneinheiten und für Nicht-Wohngebäude. Als aufwändigerer Bedarfsausweis ist er für Wohngebäude mit bis zu vier WE vorgeschrieben, ebenso für alle Neubauten.
![]() | Energiebedarf |
Der Energiebedarf ist diejenige Energiemenge, die unter genormten Bedingungen (Klimadaten, definiertes Nutzerverhalten, Innentemperatur, angenommene interne Wärmegewinne) für die Beheizung, Belüftung und für die Bereitung von Warmwasser im jeweiligen Gebäude zu erwarten ist.
Der für ein Gebäude errechnete Energiebedarf weicht meist vom tatsächlichen Verbrauch ab, da die Bedingungen vor Ort andere sind als die der Berechnung zugrunde gelegten Normbedingungen.
Der Energiebedarf dient dem Vergleich der energetischen Qualität von Gebäuden (daher auch genormte Bedingungen) und der ingenieurmäßigen Auslegung von Gebäudehülle und Anlagentechnik.
![]() | Energieverbrauch |
Der Energieverbrauch ist diejenige Energiemenge, die für die Beheizung, Belüftung und für die Bereitung von Warmwasser im jeweiligen Gebäude tatsächlich verbraucht wird.
Der Energieverbrauch weicht meist vom (berechneten) Energiebedarf ab, da das Nutzerverhalten in der Berechnung standardisiert, in der Praxis aber von Gebäude zu Gebäude variiert.
Der Energieverbrauch läßt also eher auf die Gewohnheiten der Bewohner schließen als auf den energetischen Zustand eines Gebäudes.
![]() | Endenergiebedarf |
Der Endenergiebedarf gibt die ausschließlich vom Gebäude benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung in Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche und Jahr (kWh/(m2a)) an.
![]() | EnergieEinsparVerordnung EnEV |
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist deutsches Gesetz. In ihr werden Anforderungen zum effizienten Energieverbrauch von Gebäude vorgeschrieben. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und gewisse Betriebsgebäude.
Die Energieeinsparverordnung löste die Wärmeschutzverordnung (WSchV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) ab und fasste sie zusammen. Ihre erste Fassung trat am 1. Februar 2002 in Kraft, die zweite Fassung (EnEV 2004) 2004. Die aktuelle EnEV 2007 gilt seit dem 1. Oktober 2007. Für Mitte 2009 ist eine neue Fassung geplant, die eine weitere Verschärfung für den Primärenergiebedarf und für den Gebäudewärmeschutz vorsieht.
![]() | Heizlast |
Unter Heizlast versteht man die zum Aufrechterhalt einer bestimmten Raumtemperatur notwendige Wärmezufuhr. Die Heizlast wird in Watt angegeben. Sie richtet sich nach der Lage des Gebäudes (Südausrichtung), der Bauweise der wärmeübertragenden Gebäudeflächen und dem Bestimmungszweck der einzelnen Räume.
![]() | Heizwärmebedarf |
Der Heizwärmebedarf ist die errechnete Energiemenge, die z. B. durch Heizkörper an einen beheizten Raum abgegeben wird.
![]() | Hydraulischer Abgleich |
Entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Heizungsanlage den höchstmöglichen Wirkungsgrad erreicht. Dafür wird das System so eingestellt, dass jeder Heizkörper im Haus mit genau der Wärmemenge versorgt wird, die er benötigt - unabhängig davon, wie weit er von der Wärmequelle entfernt ist. Bei Heizungen ohne hydraulischen Abgleich wird die Heizenergie weniger effizient genutzt, weil Heizkörper, die näher am Kessel sind, heißer werden als solche, die weiter entfernt sind. Der hydraulische Abgleich reduziert so nicht nur den Energieverbrauch, sondern steigert gleichzeitig den Wohnkomfort.
![]() | Neubau-Niveau nach EnEV |
Die Energieeinsparverordnung gibt Werte zum Jahres-Primärenergiebedarf und zum Transmissionswärmeverlust vor, die ein Neubau einhalten muss. Wird ein bestehendes Gebäude so gut saniert, dass es die Werte und das in der EnEV geforderte Niveau eines Neubaus erreicht, werden die Investitionen zusätzlich von der KfW gefördert.
![]() | Primärenergie |
Unter Primärenergie versteht man den Energieinhalt eines Energieträgers am Ort seiner Förderung oder Gewinnung, also Brennholz im Wald, Erdgas und Rohöl am Bohrloch und Kohle im Bergwerk (und vor der Umwandlung in elektrischen Strom).
Im Jahres-Primärenergieverbrauch ist also neben dem Energieinhalt des Brennstoffes und neben der Hilfsenergie für die Anlagentechnik auch diejenige Energie enthalten, die für die Gewinnung, Umwandlung und Verteilung des jeweils eingesetzten Brennstoffes notwendig ist.
Der Jahres-Primärenergiebedarf ist die Hauptanforderung der EnEV.
![]() | Primärenergiebedarf |
Der Primärenergiebedarf eines Systems umfasst zusätzlich zum eigentlichen Energiebedarf auch Hilfsenergien (wie elektrischen Strom für Pumpen) und die Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten außerhalb der Systemgrenze bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung des Energieträgers benötigt wird.
![]() | Solarthermie |
Nutzt die Wärmeenergie der Sonne. Sie wird üblicherweise genutzt, um in Sonnenkollektoren Wasser für Heizung und Verbrauch zu erwärmen - im Gegensatz zur Photovoltaik, bei der aus der Lichtenergie der Sonne Strom erzeugt wird.
![]() | Transmissionswärmeverlust |
Wärmeenergie, die von beheizten Räumen nach außen "verloren" geht. Der Verlust ist abhängig von Wärmebrücken und undichten Stellen sowie von der Wärmeleitfähigkeit der Gebäudehülle. Für jedes Gebäude ist in der EnEV ein zulässiger Höchstwert vorgegeben. Je niedriger der Wert, desto besser ist das Haus isoliert.
![]() | Trinkwasserwärmebedarf |
Der Trinkwasserwärmebedarf ist die Energiemenge, die dem Trinkwasser zur Erwärmung zugeführt werden muss. Verluste bei der Energieumwandlung (z. B. Verluste des Heizkessels), der Verteilung und sonstige technische Verluste sind nicht enthalten. Er wird bei manchen Verfahren pauschal mit 12,5 kWh/m²a angesetzt. Dies entspricht einem Warmwasserbedarf von 23 l/Person/Tag.
![]() | U-Wert |
Der U-Wert ist gleich dem Wärmedurchgangskoeffizient. Seine Einheit ist W / (m² x K). Je größer der U-Wert, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft eines Bauteiles.
![]() | Wärmebrücken |
Eine Wärmebrücke (oft fälschlicherweise als Kältebrücke bezeichnet) ist ein Bereich in Bauteilen von Gebäuden, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die anderen Bauteile. Wärmebrücken sind energetische Schwachstellen in einer Baukonstruktion. Ihre Auswirkungen werden oft als Tauwasserschäden mit Schimmelpilzbildungen erkennbar.
Als Wärmebrücken bezeichnet man örtlich begrenzte Stellen, die im Vergleich zu den angrenzenden Bauteilen eine höhere Wärmestromdichte aufweisen. Durch diese örtlich erhöhte Wärmestromdichte wird nicht nur ein zusätzlicher Wärmeverlust verursacht, sondern es wird auch die Oberflächentemperatur in diesem Bereich herab gesetzt.Man unterscheidet konstruktive, geometrische und stoffliche Wärmebrücken.
Kurz:Stellen in der Gebäudehülle, an denen Wärme schneller nach außen entweichen kann als durch angrenzende Bauteile - etwa Fenster oder Rolladenkästen. Dort kann sich Kondenswasser bilden und die Bausubstanz gefährden.
![]() | Wärmedurchgangskoeffizient |
Der Wärmedurchgangskoeffizient ist gleich dem U-Wert. Seine Einheit ist W / (m² x K). Je größer der Wärmedurchgangskoeffizient, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft eines Bauteiles.
![]() | Wärmedurchgangswiderstand |
Der Wärmedurchgangswiderstand ist der Kehrwert des Wärmedurchgangskoeffizienten (=U-Wert). Seine Einheit ist (K x m²) / W. Je größer der Wärmedurchgangswiderstand, desto kleiner ist der zugehörige U-Wert (weil Kehrwert) und desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft eines Bauteiles.
![]() | Wärmeleitfähigkeit (WL) |
Das Vermögen eines Stoffes, thermische Energie zu transportieren. Metalle, aber auch Stein und Beton sind gute Wärmeleiter, weshalb sie im Hausbau mit Glaswolle, Styropor oder Vakuumplatten gedämmt werden müssen.
